Ja, da sa­ßen nun Gra­zia, Jas­min, Ma­ri­go­na, Ke­vin und an­de­re zwi­schen zwei Haft­ent­las­se­nen und dem Mo­de­ra­tor Ri­chard Oster­ha­ge, Dipl.Sozialpädagoge, der Leh­re­rin und den In­itia­to­ren des Ver­eins In­te­gra­ti­ons­hil­fen (www.integrationshilfen-hamburg.de) und des er­sten Haupt­ko­ope­ra­ti­ons­part­ners, der Aus­bil­dungs­brücke der Dia­ko­nie in Ham­burg (www.ausbildungsbruecke.de). Mon­tag 18. No­vem­ber 2014 star­te­te im Do­ro­thee-Söl­le-Haus (Haus der Dia­ko­nie) der er­ste Work­shop – und ent­spre­chend auf­ge­regt war die An­fangs­stim­mung. Das leg­te sich nach kur­zer Zeit – und es wur­de ein span­nen­der und sehr of­fe­ner Vor­mit­tag. Al­le mein­ten in der Schluss­run­de, dass je­der vom an­de­ren et­was ge­lernt und neue Sicht­wei­sen be­kom­men hat – wohl über­wie­gend die Ju­gend­li­chen, aber auch die Haft­ent­las­se­nen und die an­we­sen­den Be­glei­ter.

Ju­gend­li­che ha­ben häu­fig schon Er­fah­run­gen mit Aus­gren­zung, Mob­bing, Ge­walt und Kri­mi­na­li­tät ge­macht. Oft sind auch das Um­feld und die Lern­si­tua­ti­on pro­ble­ma­tisch. Ein frei­es Le­ben in so­zia­ler Ver­ant­wor­tung zu füh­ren wird im­mer pro­ble­ma­ti­scher. Das neue prä­ven­ti­ve Ju­gend­pro­jekt vom Ver­ein In­te­gra­ti­ons­hil­fen kann neue Ein­sich­ten ver­mit­teln: step! Step! steht für „ei­nen Schritt ma­chen“ – das ist auch der mu­ti­ge Schritt, den Ju­gend­li­che durch ih­re Teil­nah­me ma­chen.

Der Work­shop soll kom­mu­ni­ka­tiv sen­si­bi­li­sie­ren, pro­ble­ma­ti­sie­ren, es sol­len Fol­gen der Haft auf­ge­zeigt und dis­ku­tiert wer­den und vor al­lem sol­len auch Kon­se­quen­zen dar­ge­stellt wer­den. Wei­ter­füh­ren­de Emp­feh­lun­gen, zum Bei­spiel zum An­ti-Ge­walt-Trai­ning, wer­den ge­ge­ben. Die Schü­ler wer­den von den in­ter­es­sier­ten Schu­len ge­mel­det, hier war es die er­ste Schu­le ReBBZ Ham­burg-We­st/Bött­cher­kamp 144. Ri­chard Oster­ha­ge (www.jugendarbeit-hamburg.de) macht die Mo­de­ra­ti­on mit der not­wen­di­gen Ein­fühl­sam­keit und der er­for­der­li­chen Klar­heit in ei­ner Spra­che, die die Ju­gend­li­chen ver­ste­hen. Haupt­ko­ope­ra­ti­ons­part­ner ist die Aus­bil­dungs­brücke der Dia­ko­nie in Ham­burg, die die­ses An­ge­bot zu­sätz­lich jetzt in ih­rem Schul­an­ge­bot hat. Mit­tel­fri­stig soll die­ses An­ge­bot aber auch an Ju­gend­grup­pen, Ver­ei­ne usw. ge­macht wer­den. Die Teil­nah­me ist für die Ju­gend­li­chen ko­sten­los, die Schu­len soll­ten sich mit ei­nem Bei­trag be­tei­li­gen. Die Or­ga­ni­sa­ti­on (auch An­mel­dung) und Be­treu­ung er­folgt eh­ren­amt­lich durch die In­itia­to­ren Wolf­gang Hen­kel (w.henkel(at)web(dot)de) und Dr. Karl­heinz Oh­le (karlheinz.ohle(at)hotmail(dot)de).

Ei­ne Ju­gend­li­che sag­te: „Ich weiß manch­mal nicht, was rich­tig oder falsch ist. Jetzt weiß ich es ein we­nig bes­ser!“ Tref­fen­der kann man die­sen er­sten „Schritt“ nicht aus­drücken. Das Pro­jekt wur­de vom Ham­bur­ger Spen­den­par­la­ment ge­för­dert.